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Über das Buch:
Hermann Kruse ist Golfspieler – beileibe kein guter – doch er gibt sich alle erdenkliche Mühe.
Es wäre auch viel einfacher, etwas dazuzulernen, wenn auf dem Golfplatz nicht so merkwürdige Gesellen herumspazieren würden, die ihn von seinem Vorhaben ablenken. Und außerdem ist da noch die walkürenartige Helmgard, die eventuell jemand ganz anderes ist, als sie zu sein scheint.
Die Golfnovelle ist keine Anleitung, um sein Golfspiel zu verbessern. Vielmehr beschreibt sie mit feiner Ironie und sprachlicher Finesse, die typischen Verhaltensweisen der Spezies Golfer, und zeigt, dass auch diese merkwürdigen Gesellen eigentlich ganz normale Menschen sind.
Über den Autor:
Manfred Tiede stammt aus Ostholstein, wo er im Jahre 1939 geboren wurde. Seine Kindheit und erste Jugend verlebte er in Oldenburg (Holstein), Neustadt (an der Lübecker Bucht) und in Eutin, wo er das Gymnasium besuchte. Nach dem Abitur im Jahre 1959 studierte er Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Kiel und Heidelberg.
In Heidelberg begann seine akademische und berufliche Laufbahn. Er legte dort im Jahre 1964 das Examen als Diplom-Volkswirt ab, promovierte 1968 zum Doktor der Wirtschaftswissenschaft (Dr. rer. pol.) und habilitierte schließlich im Jahre 1972 an der renommierten Wirtschafts- und Sozial¬wissenschaftlichen Fakultät der Universität Heidelberg. Ihm wurde die Venia legendi für das Fach Statistik zuerkannt.
Er war am Institut für international vergleichende Wirtschafts- und Sozialstatistik tätig als For¬schungsassistent und Wissenschaftlicher Assistent. Nach der Habilitation erfolgte die Ernennung zum Universitätsdozenten. Im Jahre 1975 wurde er an die Ruhr-Universität Bochum berufen. Als Universitätsprofessor bekleidete er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2004 einen Lehrstuhl für mathematische und empirische Verfahren in der Sozialwissenschaft.
Während dieser Zeit und auch jetzt lebt er in Olpe-Eichhagen (Biggesee) und in Santa Maria de Llorell (Tossa de Mar, Costa Brava, Spanien). Er ist seit 1962 verheiratet. Der Ehe entstammen vier Kinder.
Seit seiner Emeritierung befasst er sich verstärkt mit seinen Hobbys, dem Golfspiel und dem Schreiben von Novellen. Er veröffentlichte diverse Fachbücher und im Tordenfjord Verlag erschien seine Novellensammlung „Hasko & Papenhagen“.
Leseprobe:
Ein Golfspieler holt mit dem Schläger aus, verharrt kurz in unbequemer Haltung und schlägt sodann seitlich auf den vor ihm liegenden kleinen Golfball.
Sssupp! So klingt es. Der Schläger wischt schwungvoll durchs Gras, fliegt um den elastischen und sich etwas verwindenden Körper des Golfers herum und kommt hoch über dessen Kopf zur Ruhe. Der Spieler richtet abschließend den Blick in die Ferne, um den Flug des Balles zu verfolgen.
Oho, der Ball liegt unberührt im Gras, der Schlag ging daneben. Unsicher blickt der Golfer in die Runde. Er ist allein.
Gottlob, niemand hat sein Missgeschick bemerkt.
Wohl an, auf ein Neues. Der Golfspieler stellt sich mit leicht gespreizten Beinen quer zur Abschlagslinie. Die sehr schöne Hose flattert leicht im Wind.
Seitenwind, aha. Der kommt von rechts, also sollte man, wie der Golfer abwägend entscheidet, beim nächsten Golfschlag etwas nach rechts halten. Er korrigiert deshalb seine Ausgangsposition, indem er seine Schuhe, die schwarzweißen, in geringem Maße anders setzt: Er dreht sich etwas nach rechts, weil ja von dort der Wind weht und deshalb der Ball, wenn er denn getroffen ist und weg fliegt, nach links abdriften würde. Locker wippt der Herr etwas im Bein und denkt sich, warum mach ich das alles, ich will nach Hause.
Hermann Kruse heißt dieser Golfspieler. Er wird in der Liste der Mitglieder des Golfclubs auf ausdrücklichen Wunsch ohne Titel und ohne Amtsbezeichnung geführt, nur Hermann Kruse. Man ruft ihn Hermann und nennt ihn hinter seinem Rücken Kruse.