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Über das Buch:
Tannrau ist ein verschlafenes, kleines Nest mitten im tiefsten Schwarzwald. Die Bewohner treffen sich in der einzigen Kneipe des Dorfes, trinken ihr Bier, streiten sich, vertragen sich. Alles erscheint nahezu perfekt. Wäre das Dorf nicht so schwer zu finden, so wäre es ein Geheimtipp für gestresste Großstädter. Zwar gibt es auch hier den obligatorischen Dorfdeppen und die alte, orakelnde Hexe, aber alles in allem ist Tannrau geradezu als idyllisch zu bezeichnen. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Doch eines Tages bewahrheitet sich die Vorhersage der alten Hexe: Der Huberbauer wird ermordet im Dorfbrunnen gefunden, am Ort des Geschehens wurde eine Strohpuppe aufgestellt und ein merkwürdiges Blatt Papier macht die Verwirrung komplett. Zeitgleich verschwindet plötzlich die junge Lisa Haas. Völlig überfordert versuchen Kommissar Schumm und Inspektor Fronsek die beiden Fälle zu lösen. Doch alle Spuren führen vorerst ins Nichts. Nach und nach steigt das Misstrauen im Dorf – jeder verdächtigt jeden. Die einstige Idylle droht im Chaos zu versinken.
Über den Autor:
Heinz Hoffmann wurde 1950 in Bartenstein geboren und ist Zimmermeister. Der Vater von drei Kindern lebt mit seiner Frau abwechselnd in Krautheim/Jagst und in Tennenbronn/Schwarzwald.
Nach der Abgabe seines Betriebes widmet er sich voll und ganz seiner Leidenschaft – dem Schreiben von Romanen und Gedichten.
Er arbeitet bereits an dem Nachfolger von „Gebrandmarkt“.
Leseprobe:
Eigentlich war es ja ein ganz normales, kleines abgelegenes Dorf, wo jeder jeden kennt, in dem die Sorgen des einen die des anderen sind und in dem sich bis vor vier Jahren noch zeitweilig selbst die Einsamkeit langweilte.
Ob der Ortsname Tannrau etwas mit den vielen Tannenwäldern ringsum zu tun hat, wissen selbst die Alteingesessenen nicht.
Sogar ein Historiker, der in der Nähe seinen alljährlichen Urlaub verbringt, hatte sich daran ohne Erfolg schon fest gebissen. „Eigentlich gibt es den Ort gar nicht“, war sein ironischer Kommentar, nachdem er nach zahlreichen Recherchen resignierte und stirnrunzelnd aufgab.
So mancher Fremde hätte diese Theorie anfangs noch unterschrieben, nachdem er das verborgene und schlecht beschilderte Dorf erst nach mehreren Anläufen gefunden hatte.
Erst nachdem man von der Bundesstraße abbiegt, einer ziemlich holperigen und kurvigen Landstraße folgt, die sich noch dreimal in verschieden Richtungen teilt, um dann in einer serpentinenartigen, abschüssigen Strecke durch den Wald zu führen, sieht man Tannrau unten im Tal liegen.
Vorher überkommt einem aber des Öfteren das Gefühl, doch lieber umzukehren. Als hätte man eine Vorahnung, was sich in absehbarer Zeit dort abspielen würde.
Überholmanöver führen hier nur Todesmutige oder Verrückte durch. Die drei Kreuze zwischen den Gräben und Bäumen am letzten Drittel der Strecke bezeugen, dass hier in dieser Gegend genügend jener Zuhause sind.
Eingebettet zwischen zwei von Gräsern und Büschen bewachsenen Hügelketten und gesäumt von dichten großflächigen, zum Teil frisch aufgeforsteten Tannenwäldern, liegt es da, einsam und abgeschieden, mitten im Schwarzwald.
Kommt man in die Nähe des Dorfes, kann man sich dem Eindruck nicht erwehren, die Zeit wäre einfach stehen geblieben.