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Gerhard Schulz, Elvis - King of the Internet
"Elvis - King of the Internet"

Autor: Gerhard Schulz
Genre: Sachbuch / Bericht
Erscheinungsjahr: Juni/Juli 2009
Gestaltung: Taschenbuch 140 Seiten
Format: 12 x 18 cm
ISBN: 978-3-939948-22-3
Preis: 12,80€

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Über das Buch:

Elvis Presley lebt – in den Herzen seiner Fans und im Internet. Und dort ist er ausgesprochen lebendig. Erstaunlicherweise sind seine Fans in zwei Lager gespalten: Die eine Fraktion ist fest davon überzeugt, Elvis hätte sich durch seinen Drogenkonsum zu Grunde gerichtet. Die andere Fraktion glaubt eher Elvis´ eigener Aussage, nie Drogen genommen zu haben.
Was ist wirklich geschehen? Ist die Drogengeschichte nur ein Marketinggag gewesen? Elvis war immerhin von Nixon ernannter Drogenfahnder und Karateexperte. Auch ließ er seinen eigenen Stiefbruder überwachen, der Drogen nahm. Warum das alles, wenn Elvis selbst drogensüchtig war? Wirkliche Beweise sind für beide Varianten schwer zu finden, doch in Anbetracht der gängigen Berichterstattung der Medien, für die nur schlechte Nachrichten gute sind, sollte man an der offiziellen Todesursache zweifeln.
Schulz legt mit „Elvis – King of the Internet“ ein interessantes Buch über den Rock´n Roll-Star vor, geht auf Elvis´ Lebensweg ein und informiert den Fan mit bisher eher unbekannteren Details. Geschickt, witzig und unterhaltsam, aber immer informativ lässt er die Konversation und kritischen Nachfragen der bekannten Elvisforen mit einfließen und verknüpft das Geschehen um Elvis mit dem Geschehen unserer heutigen Zeit.

Über den Autor:

Der erfahrene Elviskenner Gerhard Schulz wurde 1961 geboren, ist Theologe und Buchautor. Er arbeitet als Seelsorger in Münster und ist den Fans und Internetusern als „Reverend Gerhard“ bekannt. Schulz gehört zu denen, die Elvis glauben, und er versucht, in diesem Buch die etwas unbekanntere Seite von Elvis zu beleuchten und neue Fragen aufzuwerfen.

Leseprobe:

Bist du als normaler Zeitgenosse ein auffallend glücklicher Mensch, kommen auch die Neider angekrochen und versuchen, hinter deiner „Fassade“, zu ihrer Beruhigung, Schwachstellen zu finden. Es ist für unsere Zivilisation unüblich geworden, jemanden als so glücklich zu belassen, wie er erscheint. Und in Elvis’ Fall geht es sogar so weit, dass man nicht bereit ist, ihn nach einem mehr als erfüllten Leben „glücklich“ eines natürlichen Herztodes sterben zu lassen. Aber es ist für unsere Zivilisation und ihren medizinischen Eifer sicher auch symptomatisch, dass es den „natürlichen“ Tod nicht zu geben hat. Wir scheinen auf dem Weg zu sein, in absehbarer Zeit konstatieren zu wollen, dass der Tod eine Fehlentwicklung und etwas Widernatürliches sei. Aber noch ist der Tod in der Regel etwas sehr Natürliches. Besonders nach einem Leben, das mit großen Bemühungen, Ereignissen, Bewegungen und Entwicklungen, Triumphen und Niederlagen reichlich gesegnet war.
Da wird es als nicht natürlich angesehen, dass im 20. Jahrhundert jemand mit 42 stirbt. Doch das geschöpfliche Leben ist megasensibel und keiner hat einen Anspruch auf Krankheitslosigkeit oder Alter, gemäß welcher Definition auch immer. Auch Elvis’ Vater, der die Grabaufschrift „Gott hat ihn zu sich geholt, weil er sah, dass er Ruhe brauchte“ veranlasste, hätte Elvis noch gern länger bei sich behalten. Aber er hat Recht.
Abgesehen davon, dass er älter, korpulenter und gegen Ende krank wurde, sehe ich keine Veränderungen an dem Menschen. Sein Musikgeschmack blieb gleich, ebenfalls sein Humor, seine Fan-Zugewandtheit, seine Religiosität, seine Verehrung für asiatische Kampfsportarten und Meditation, seine Kinderfreundlichkeit, sein Altruismus, seine Freude, mit Geld um sich zu schmeißen, seine Lust, sich mit Freunden und Verwandten zu umgeben, sein Spaß an Autos, seine Sensibilität, seine Lust, das Kino und den Rummelplatz zu mieten, seine Freude am Motorradfahren, seine Tierliebe, seine Lust, Menschen mit zu großen Geschenken zu überraschen, sein Interesse an Literatur und an den neuesten Platten ihm am Herzen liegender Gospelgruppen, sein Interesse an Gewinnerinnen von Misswahlen, seine Sorge um das Wohlergehen seines Vaters, seine Freude, jeden in seinem Umfeld aufzuheitern, sein Vergnügen, Großmutter ständig mit Aufmerksamkeiten zu verwöhnen, sein Heißhunger auf ländlichen Südstaatenschmaus ... Er blieb im Kern der, der er auch mit 20 war. Dass er zwischenzeitlich die Erfahrung machen musste, im Leben wider Willen sich auch von Menschen trennen zu müssen, denen man sich doch eigentlich sehr verbunden fühlte, ist ja nichts Ungewöhnliches. Davon kann fast jeder gesunde Mensch über 30 ein Lied singen. Je älter man wird, umso länger wird auch die Liste an negativen Erfahrungen. Demgegenüber steht aber auch die Liste an Zuneigung, Glück und vielen schönen Momenten.
Meines Erachtens blieb Elvis als Mensch immer mehr ein Diener als ein Herr. Komische Beschreibung für einen „King“. Aber so wollte er ja auch nicht gern genannt werden. Diese Bezeichnung hätte er am liebsten nur für Jesus gebraucht gesehen.